Die
Aussage „Kultur Pur“ auf unseren Plakaten ist mehr als „nur“ ein
Werbeslogan. Mit diesem Statement liegt der ebenso traditionsreiche wie
von jugendlichem Elan geprägte
Circus Probst sogar voll im Trend.
Denn bereits im Oktober 2005 stimmte das Europaparlament in Brüssel mit
überwältigend großer Mehrheit einem von der saarländischen
Europa-Abgeordneten Doris Pack (CDU) eingebrachten Antrag zu, der „mehr
Anerkennung und Unterstützung für den traditionellen Circus“ einfordert.
Dabei wurde auch der Begriff „klassischer Circus“ definiert, der
Dressurdarbietungen mit Wildtieren und domestizierten Arten ausdrücklich
einschließt.
„Seit Jahrhunderten ist
die bedeutsame Circustradition Teil der europäischen Kultur“,
resümierte Doris Pack in ihrem Antrag. Reinhard Probst, selbst
Spross einer der ältesten und weitverzweigtesten circensischen
Dynastien im deutschsprachigem Raum, weiß um die Tragweite dieser
Feststellung. Seit Generationen führen die Nachfahren des 1877
geborenen Karl Probst – der sechzehn Kinder hatte – erfolgreiche
Circusunternehmen. Sogar in der ehemaligen DDR, die auch die so
kosmopolitisch geprägte Circuskunst ins staatliche Korsett zu
zwängen versuchte, wussten Mitglieder der weitverzweigten Familie
Probst ihre Selbstständigkeit mit einem höchst beliebten, „privat“
geführten Unternehmen bravourös zu behaupten.
Reinhard und Robert Probst, deren Vater Walter der jüngste Sohn von
„Opa“ Karl Probst war, gründeten in den frühen achtziger Jahren
ihren eigenen, neuen Circus, der sich binnen weniger Jahren zum
wahren Senkrechtstarter entwickelte. Heute reist das von Reinhard
Probst und seiner Frau Brigitte geführte Unternehmen mit einem 1200
Plätze zählenden Kuppelzelt, einem Fuhrpark mit insgesamt 60
betriebseigenen Fahrzeugen und einem respektablen, artenreichen
Bestand von nicht weniger als 90 Tieren. Mehr als 80 Personen aus
neun verschiedenen Nationen sind jährlich fast 11 Monate mit dem
Circus unterwegs.
Circuskunst vom Feinsten, optimale
Tierhaltung und Seriosität in der Geschäftsführung gelten bei Probst
seit über 100 Jahren als oberste Maxime. Marktschreierische
Superlative und hochstaplerische Ankündigungen überlässt Reinhard
Probst gerne anderen. „Unter den Guten sind wir einer der Besten“
sagt der erfahrene Circusmann schlicht und einfach. Aber im
Zeitalter von Hartz IV und wirtschaftlicher Flaute betont der
Circus-Chef gerne, wie ihm in seinem nicht-subventionierten
Kulturbetrieb den täglichen Spagat zwischen familienfreundlichen
Eintrittspreisen und stetig ansteigenden Tageskosten gelingt. Im
Circus zaubert man eben nicht nur in der Manege...
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