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Circus Probst - Kultur pur seit 1865

Die Aussage „Kultur Pur“ auf unseren Plakaten ist mehr als „nur“ ein Werbeslogan. Mit diesem Statement liegt der ebenso traditionsreiche wie von jugendlichem Elan geprägte Circus Probst sogar voll im Trend. Denn bereits im Oktober 2005 stimmte das Europaparlament in Brüssel mit überwältigend großer Mehrheit einem von der saarländischen Europa-Abgeordneten Doris Pack (CDU) eingebrachten Antrag zu, der „mehr Anerkennung und Unterstützung für den traditionellen Circus“ einfordert. Dabei wurde auch der Begriff „klassischer Circus“ definiert, der Dressurdarbietungen mit Wildtieren und domestizierten Arten ausdrücklich einschließt.

„Seit Jahrhunderten ist die bedeutsame Circustradition Teil der europäischen Kultur“, resümierte Doris Pack in ihrem Antrag. Reinhard Probst, selbst Spross einer der ältesten und weitverzweigtesten circensischen Dynastien im deutschsprachigem Raum, weiß um die Tragweite dieser Feststellung. Seit Generationen führen die Nachfahren des 1877 geborenen Karl Probst – der sechzehn Kinder hatte – erfolgreiche Circusunternehmen. Sogar in der ehemaligen DDR, die auch die so kosmopolitisch geprägte Circuskunst ins staatliche Korsett zu zwängen versuchte, wussten Mitglieder der weitverzweigten Familie Probst ihre Selbstständigkeit mit einem  höchst beliebten, „privat“ geführten Unternehmen bravourös zu behaupten.

Reinhard und Robert Probst, deren Vater Walter der jüngste Sohn von „Opa“ Karl Probst war, gründeten in den frühen achtziger Jahren ihren eigenen, neuen Circus, der sich binnen weniger Jahren zum wahren Senkrechtstarter entwickelte. Heute reist das von Reinhard Probst und seiner Frau Brigitte geführte Unternehmen mit einem 1200 Plätze zählenden Kuppelzelt, einem Fuhrpark mit insgesamt 60 betriebseigenen Fahrzeugen und einem respektablen, artenreichen Bestand von nicht weniger als 90 Tieren. Mehr als 80 Personen aus neun verschiedenen Nationen sind jährlich fast 11 Monate mit dem Circus unterwegs.

Circuskunst vom Feinsten, optimale Tierhaltung und Seriosität in der Geschäftsführung gelten bei Probst seit über 100 Jahren als oberste Maxime. Marktschreierische Superlative und hochstaplerische Ankündigungen überlässt Reinhard Probst gerne anderen. „Unter den Guten sind wir einer der Besten“ sagt der erfahrene Circusmann schlicht und einfach. Aber im Zeitalter von Hartz IV und wirtschaftlicher Flaute betont der Circus-Chef gerne, wie ihm in seinem nicht-subventionierten Kulturbetrieb den täglichen Spagat zwischen familienfreundlichen Eintrittspreisen und stetig ansteigenden Tageskosten gelingt. Im Circus zaubert man eben nicht nur in der Manege...